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Kapitel-Icon: Zahnrad

Technisches
Fahrzeug­konzept

Rendering der neuen Tram von außen
Rendering der neuen Tram von innen
Rendering der neuen Tram von innen
Rendering der neuen Tram von innen

Welche Vorteile bietet das technische Konzept der neuen Rhein-Neckar-Trams?

Kombination zweier Vorteile: Komfortable Niederflurbereiche und bewährte Drehgestelltechnik ermöglichen hohen Kundennutzen und reduzierten Verschleiß.

Bei der Konzeption der neuen Rhein-Neckar-Tram wurde besonderer Wert auf die ausgewogene Realisierung verschiedener Aspekte und Ziele gelegt, um die neuen Fahrzeuge attraktiv und kundenfreundlich, aber auch technisch zuverlässig, wartungsoptimiert und wirtschaftlich gestalten zu können. Zudem sollten die neuen Fahrzeuge auf einer bereits in der Praxis erprobten und auch unter schwierigen Einsatzbedingungen bewährten Grundkonstruktion basieren.

Drehgestell­technik

Diese Fahrwerke, die sich gegenüber dem Wagenkasten frei bewegen und ausdrehen können ermöglichen einen besonders guten Fahrkomfort dank einer sanften, gleichmäßigen und ruckfreien Fahrt in Gleisbögen.

Icon Drehgestellprinzip
Icon Niederflurbahn

Die bisherigen Niederflurfahrzeuge der ersten Generationen konnten das Ziel eines möglichst barrierefreien Zugangs nur mittels einer aufwändigen und wartungsintensiven Gesamtkonstruktion realisieren: Entweder wurden mehrere kurze Wagenteile mit recht verschleißintensiven Fahrwerkskomponenten zu einem Fahrzeug zusammengefügt, oder es mussten komplexe Sonderlösungen für die Radpaare insbesondere unter den mittleren Wagenteilen gefunden werden. Die klassische und seit Jahrzehnten etablierte Fahrwerkstechnik konnte bei diesen Fahrzeugen nur bedingt zum Einsatz kommen.

„Ein bequemer, kundenfreundlicher und weitgehend barrierefreier Zugang zum Fahrzeug – insbesondere zu den Plätzen für mobilitäts­eingeschränkte Kunden.“

Mit der neuen Fahrzeugklasse der Rhein-Neckar-Tram 2020 wird es für die rnv möglich, einen niederflurigen und ebenerdigen Einstieg an allen Türen mit der bewährten Drehgestelltechnik in einem Fahrzeugkonzept zu vereinen. Die Vorteile dieser Kombination liegen klar auf der Hand: Ein weiterhin bequemer, kundenfreundlicher und weitgehend barrierefreier Zugang zum Fahrzeug – insbesondere zu den Plätzen für mobilitätseingeschränkte Kunden und zu den Multifunktionsbereichen – bei einem gleichzeitig verbesserten Fahrverhalten insbesondere in Kurven. Ein weiterer positiver Effekt dieser technischen Lösung: Geringerer Verschleiß an den Fahrzeugen und Schienen, das heißt mittelfristig seltenere Wartungspausen für die Bahnen und weniger Baustellen auf der Strecke, dadurch weniger Umleitungen und Ersatzverkehre.

Die Ausführung des Innenraumes ist weitgehend durch das technische Fahrzeuggrundkonzept vorgegeben. Die Kombination von Niederflurbereichen, Drehgestelltechnik, meterspurigen Gleisen und einer begrenzten Fahrzeugbreite von 2,40 Metern heißt auch, dass die Bereiche hinter den Fahrerräumen in den beiden Endwagen und die Sitzplätze in den mittleren Wagensegmenten auf erhöhten Podesten liegen und über jeweils zwei Stufen zugänglich sind. Hier lässt sich aufgrund der konstruktiven Rahmenbedingungen teilweise auch nicht die volle Gangbreite realisieren.

Modulare Zugbildung: Verkürzte Werkstatt­aufenthalte und höhere Fahrzeug­verfügbarkeit

Die neuen Fahrzeuge werden in drei Längenklassen von 30, 40 und 60 Metern geliefert. Dabei wurde ein besonders innovatives, modulares Fahrzeugkonzept umgesetzt, das größtmögliche Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an künftige Entwicklungen und Bedarfe mit einer deutlichen Optimierung der Werkstatt- und Wartungsprozesse vereinigt.

Fahrzeugtechnisch besteht ein Wagen der 40-Meter-Klasse aus zwei identischen und unabhängig fahrfähigen 20-Meter-Teilfahrzeugen, die dauerhaft „Rücken-an-Rücken“ gekuppelt verkehren und durchgehend begehbar sind. Analog bestehen die 60-Meter-Fahrzeuge aus zwei gekuppelten und durchgehend begehbaren 30-Meter-Teilfahrzeugen, die wie die 40-Meter-Wagen mittels Schnelltrennstelle in der Werkstatt in die kürzeren Teilfahrzeuge zerlegt werden können.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Bislang können die bestehenden 40-Meter-Fahrzeuge der rnv nur als ganze Einheit behandelt werden. Gibt es beispielsweise einen geringfügigen Wartungs- oder Reparaturbedarf an einem Fahrzeugende, ist trotzdem das ganze Fahrzeug zum Werkstattaufenthalt gezwungen und dementsprechend für den Fahrgastbetrieb nicht verfügbar, obwohl große Teile des Fahrzeuges voll einsatzbereit wären. Mit den neuen 20 und 30 Meter langen Halbzügen, die zusammen je ein Fahrzeug der 40- und 60-Meter-Klasse bilden und auch nur im so zusammengekuppelten Zustand im Fahrgastbetrieb eingesetzt werden, können die jeweils nicht betroffenen Fahrzeughälften flexibel neu zusammengestellt und dann direkt wieder auf die Strecke geschickt werden. Der Vorteil: Nur die jeweils tatsächlich notwendigen Fahrzeugteile verbleiben in der Werkstatt.

Modulare Zugbildung

Einheitliche Beschaffung von Zweirichtungs­fahrzeugen

Eine weitere Neuerung zumindest für das Ludwigshafener Verkehrsgebiet stellt die Beschaffung von sogenannten Zweirichtungsfahrzeugen an, wie sie bereits seit Jahren auf der rnv-Bahnlinie 5 und in Heidelberg eingesetzt werden.

Diese Fahrzeuge haben auf beiden Fahrzeugseiten Türen und an beiden Fahrzeugenden einen vollwertigen Fahrerarbeitsplatz und können daher betrieblich besonders flexibel eingesetzt werden. Da in Mannheim und Ludwigshafen aktuell keine linksseitigen Bahnsteige bedient werden, können bei den Fahrzeugen, die nur im dortigen Gebiet eingesetzt werden, die in den Türbereichen auf der bahnsteigabgewandten Seite installierten zusätzlichen Sitzplätzen vollumfänglich und dauerhaft genutzt werden.

Icon Zweirichtungsfahrzeug

Crashnormen

Auch die aktuellen gesetzlichen Vorgaben verlangen im Fahrzeugheck einen strukturellen Vollausbau analog der Fahrzeugfront, um die geforderten Crashnormen zu erfüllen. Eine vereinfachte Ausführung des Fahrzeughecks wie bei den Bestandsfahrzeugen ist nicht mehr zulässig. Für eine einheitliche Beschaffung von Zweirichtungswagen sprechen zudem wirtschaftliche Vorteile durch die größere Anzahl gleichartiger Fahrzeuge sowie ein geringerer Verschleiß, da Gleise und Räder bei entsprechendem Einsatz gleichmäßiger abgenutzt werden.

Leistungsstarke und effiziente Antriebe, umweltfreundliche Rückgewinnung von Bremsenergie und oberleitungs­freier Betrieb

Die neue Rhein-Neckar-Tram verfügt über effiziente und leistungsstarke Antriebe, die eine gute Fahrdynamik und damit ein schnelles Vorankommen im Verkehrsgeschehen ermöglichen.

Symbol Bremsenergie-Rückgewinnung

Um eine optimale Traktion zu gewährleisten, werden bei den Neufahrzeugen alle Achsen angetrieben. Eine intelligente Fahrzeugsteuerung nutzt die beim Bremsen entstehende Energie und speichert sie in hochleistungsfähigen Kondensatoren, um sie beim nächsten Beschleunigungs­vorgang direkt wieder nutzen und die externe Energieaufnahme entsprechend verringern zu können.

Diese ressourcenschonende und umweltfreundliche Technologie ist auch die Basis, um in Zukunft einzelne kurze Abschnitte auch oberleitungsfrei befahren zu können. Die dafür weiter notwendigen Batterien sind bei der Konstruktion des Fahrzeugrohbaus und der Fahrzeugelektronik bereits vollumfänglich berücksichtigt und können bei Bedarf jederzeit im Dachbereich nachgerüstet werden.

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